„Am 21. März 1971 gründete Albert Guckeisen mit noch 21 Mitgliedern im Gasthaus Staub, den Angelsportverein „Saufang Bildstock e.V.“. Aus einem Absinkweiher der Industrieruine, des Bergwerks Maybach, begannen damals 21 Anglerkameraden einen Fischweiher mit Fischerhütte anzulegen“. 50 Jahre später befindet sich hier ein Naherholungs-/und Landschaftsschutzgebiet, das jährlich ca. 50.000 Besucher anzieht und weit über die Grenzen der Stadt Friedrichsthal bekannt ist. Der Verein zählt inzwischen an 130 Mitglieder.

 

„Als die ersten Mitglieder des ASV 1971 mit dem Unterfangen einen Fischweiher anzulegen begangen, wurden sie öfter mitleidig belächelt. Aber mit Energie und Hilfe damals durch die Stadt Friedrichsthal, das Land, die Saarbergwerke AG, den damaligen Stadtverband, Saarforst, dem Umweltministerium, der freiwilligen Feuerwehr, dem THW, privaten Helfen und Spendern, sowie all den vielen Förderer des ASV, wurde der Grundstein für die heutige Saufangweiheranlage gelegt.“

 

Ein Kleinod, das im Saarland wohl einmalig in seiner Art ist. So wurde die Weiheranlage auch  im Jahre 1990, von der Landesregierung des Saarlandes zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.“

 

Heute gehört diese Anlage zu einem festen Bestandteil der Stadt Friedrichsthal und ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Das Naherholungsgebiet wird, solange es besteht, immer mit zwei Namen  Albert Guckeisen (Vereinsgründer † 2005) und Jürgen Fellenzer (Vorsitzender seit 2001) verbunden sein. Beide haben jeweils in ihrer Amtszeit, für die Entwicklung dieses einmaligen Naturerlebnis, sehr viel veranlasst.

 

In seinem Leitwort zum 25ig jährigen Bestehen endet Guckeisen mit den Worten: „Den Angler sowie unserer Anglerjugend und Freunden sei zugerufen, erhaltet und schützt auch für spätere Jahre den Angelsportverein Saufang Bildstock e.V.“

 

Sein Zuruf verhallte nicht, denn seine begonnene Arbeit, wurde bis heute mit so viel Herzblut fortgeführt, mit dem er begonnen und begeistert hat.

 

Was Guckeisen mit den Anglerkameraden unter seinem Vorsitz aufgebaut hatte, wofür er auch das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt, hat Jürgen Fellenzer mit seinen Mitkämpfern in einer außergewöhnlichen Arbeitsleistung in nun zwanzig Jahren weiterentwickelt. Nein nicht nur weiterentwickelt, sondern auch mit Weitblick für die Zukunft, gut aufgestellt.

 

Fellenzer machte bei Amtsantritt 2001, unmissverständlich klar, die Sicherstellung der Wasserversorgung ist Chefsache. Hieran waren seine Vorgänger im Amt, Guckeisen, Walter Pese † (1973-1983) und Horst Britz † (1993-2001), seit 1976 gescheitert. Der Saufang ist kein natürliches Gewässer. Nach der Einstellung der Wasserversorgung der Grube Maybach wurde eine kleine Brunnenstube, von der Saarbergwerke AG in Maybach errichtet. Die 500 meterlange Leitung zum Saufang wurde damals von den Mitgliedern errichtet. Dessen ungeachtet reichte die Wasserförderung nicht aus, um den Wasserspiegel stabil zu halten.  Es musste eine stärkere Wasserversorgung errichtet  werden.  Nach unendlich langen Jahren der Verhandlungen, mit unterschiedlichen Behörden von Fellenzer sowie Begehungen, wurde 2011, eine neue Wasserversorgung in Betrieb genommen. Die Zuleitung zum Gewässer haben die Mitglieder abermals eigenständig errichteten. So wurde der Fortbestand und erhalt von Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen, die sich angesiedelt haben, für die Zukunft abgesichert. Die Stromkosten für die jährliche Wasserförderung stemmt der Verein selbstständig. Jeder erwirtschaftete Euro der Fischerhütte fliest in den Erhalt der Weiheranlage. So ist es in der Satzung festgelegt. Den Fischbesatz für Ihr Hobby das Angeln hingegen finanzieren die Angler aus dem Mitgliedsbeitrag und Angelscheinverkauf.

 

Wie präsentiert sich die Anlage dem Besucher?

 

„Schon am Anfang, wurden vom ASV am Damm Hecken und Bäume gepflanzt. Sie umschließen den Weiher und halten durch ihren dichten Bewuchs, den Lärm der nahegelegenen Autobahn A8 ab. Ein früh erdachter und dann von der Natur erschaffener Lärmschutz.

 

Ebenso wurde um den Weiher ein familienfreundlicher und behindertengerechter Wanderweg, angelegt. 2014 wurde die Weiheranlage an den Wanderweg „Industriekultur (14km)“ angeschlossen. Geht man nun diesen Weg und beobachtet die Umgebung etwas genauer, so sieht man zuerst Nistkästen für die verschiedensten  heimischen Singvögel. Dann sieht der Wanderer die ersten Waldkauznistplätze (Vogel des Jahres 2017)  gefolgt von einem leider etwas traurigen Platz. Dieser Platz ist mit Pfosten und Draht noch geschützt, hier war, einer von vier Ameisenhaufen, auf die der ASV sehr stolz war.  Sie waren von den roten Wanderameisen besiedelt. Als man im umliegenden Wald begann Bäume zu fällen und mit Schleppern und schwerem Gerät das Holz abtransportierte, verschwanden die Ameisen.“

 

„Im Bereich am Autobahndamm, zwischen dem Wasserzulauf und dem Mönch, hatte der ASV eine Lurchmauer errichtet. Leider ist diese entweder durch Baumaßnahmen oder andere Einwirkungen fast komplett mit Erde bedeckt. Sie bildet aber noch immer, durch viele Hohlräume, einen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Am Mönch befinden sich Fledermauskästen. Der Besucher, der den Saufang abends spät besucht, dem begegnen des Öfteren die Bewohner dieser  Kästen. Über die Jahre haben sich in dem Gebiet viele Fledermäuse angesiedelt.“

 

Alle diese Abläufe, sowie die Tier-/und Pflanzenwelt, wird für Kinder auf dem Weg, seit 2014 mit 13 Schau-und/Lerntafeln anschaulich erklärt. Ebenso kann man ein Bienenhotel mit erklärender Schautafel seit 2015 entdecken.

 

Erweitert wurde die Anlage 2017 um einen neuen Waldspielplatz sowie 2020 durch eine Aussichtsplattform, von wo man das Naherholungsgebiet sozusagen aus der Vogelperspektive erleben und beobachten kann. Ebenso wurde eine neue Fußgängerbrücke, nach dem Abriss der Alten errichtet. So ist die Anlage auch weiterhin barrierefrei nutzbar. Hierfür gibt es zwei Schwerbehinderten Parkplätze direkt am Gewässer.

 

Am Ende jeden Besuches  bietet ein großer Biergarten, 2017 neu angelegt, ein Ruhepunkt für müde Füße und Pfoten. Ebenso finden die Besucher in kalter Jahreszeit eine Art gewärmten Wintergarten (Vorbau) an der Hütte sowie eine behindertengerechte Toilettenanlage vor. Auch die Anglerhütte, 2014 komplett saniert, unter Führung von Frau Gabi Stephan, lädt zu jeder Jahreszeit zum gemütlichen Verweilen ein. Der erste Hüttenwirt war Werner Dittgen (Förster genannt). Die angeschlossene Grillhütte ist ein beliebtes Objekt für Schul-/und Betriebsfeste wie anderen Feierlichkeiten.

 

Die Mitglieder des ASV haben dies alles zu 95 % in Eigenleistung und Unterstützung vieler Partnern entstehen lassen. Zu allem, hat der Vorsitzende Jürgen Fellenzer, zahlreiche mit viel Geduld, teils über Jahre, Gespräche und Verhandlungen geführt. So sind alle Mitglieder/Vorstand die wahren Helden dieser langen Vereinsgeschichte. Ihr Hobby das Angeln haben alle Generationen oft für den Erhalt, die Fortentwicklung und den Naturschutz, hinten angestellt. So findet die Bevölkerung seit fünfzig Jahren einen Ort der Erholung am Saufangweiher vor.  Jährlich kommen mittlerweile ca. 50.000 Besucher. Wer weiß, eventuell steuert die Besucherzahl dem Einzelhandel Unterstützung zu, die auch er dem ASV Bildstock selbst, immer wieder zukommen gelassen hat.  Die Mitglieder haben durch ihre Arbeit das Naherholungsgebiet sowie Friedrichsthal, weit über die Grenzen der Stadt, mit bekannt gemacht!

 

All dies währe aber ohne starke Partner über all die Jahre, die zuhörten und mit nach Lösungen suchten, nicht möglich gewesen. Hier geht ein besonderer Dank allen voran an die Stadt Friedrichsthal und ihre Bürgermeister Wolfgang Grausam †, Werner Cornelius und Rolf Schultheis sowie ihre Mitarbeiter. Des Weiterem geht ein Dank an das saarländische Umweltministerium, dem Regionalverband Saarbrücken, dem SaarForst, der Volksabank, der Sparkasse Saarbrücken, Saartoto, der RAG, der LIK-Nord, dem Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz, ebenso an die Gemeinden Schiffweiler, Merchweiler, Quierschied und vielen Freunden, die durch Spenden die Vereinsarbeit förderten. Ebenso geht ein ganz besonderer herzlicher Dank an die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Löschbezirk Friedrichsthal/Bildstock sowie die des THW Friedrichsthal, sie sind und waren  immer zur Stelle, wenn die Not am Saufang groß ist. Ohne alle diese Partner sowie vielen weiteren, die hier nicht genannt wurden, aber nicht vergessen sind, wäre eine solche Entwicklung bis heute, nicht möglich gewesen.

 

Zu der Vereinsgeschichte gehört auch, dass der ASV in den 80iger von Angler aus Arizona USA Besuch erhielt. Was auch einige vergessen haben dürften, ist, dass die Angler in den 70iger Jahren Fasnachtsveranstaltungen im alten kath. Vereinshaus abgehalten haben und sich öfter mit einem Faschingswagen beim Rosenmontag präsentierten. Auch das ist ein kleines Stück, schon vergessener Historie.

 

Das Weiherfest wie man es heute kennt,  hatte bis 1986 einen anderen Verlauf. Es fand an Pfingsten, von Freitag bis Montag statt. Dabei wurde ein großes Zelt aufgebaut. Es gab neben einem Unterhaltungsprogramm, eine große Tombola sowie Frühschoppen mit Blasmusik. An Pfingstsonntag fand ein Erwachsenen-/und Pfingstmontag ein Jugendhegefischen statt. Bei dem Fest waren über 100 Helfer im Einsatz. Im Anschluss gab es zeitnah, zum  Dank der Leistung, ein Helferfest am Weiher. Ebenso gingen die Mitglieder jährlich auf Busfahrt. Bei den damals sogenannten Aalnächten wurde für die ganze Familie viele Grillfeste organisiert. Auch Fußballspiele erlebte man am TV gemeinsam in der Fischerhütte. Eine Weihnachtsfeier war auch ein Familienerlebnis und fand im Saal des Trierer Hof statt. Hier kam nicht nur der Nikolaus, sondern die Kinder und Enkel der Mitglieder, gestalteten das Programm auf vielfältige Art. Nach Feierabend trafen sich die Angler zum gemütlichen „Dullen“ oder „Skatspiel“ und die Frauen hin und wieder zum Frauenstammtisch. Auch am Sonntagmorgen herrschte der Skat in der Hütte sowie der Stammtisch der Taubenzüchter. Der ASV war eine große Familie wo von Mitglied, bis dessen Großeltern ein zu Hause fanden. Der Partner Verein des ASV Bildstock ist der ASV Waldmor. Hier fanden früher immer viele gemeinschaftliche Aktionen, mit den Freunden aus der Pfalz statt.

 

Von den damals 21 Gründungsmitgliedern leben noch 6. Der älteste ist Anglerkamerad und Ehrenmitglied Heinz Biller mit fast 96 Jahren. Im sei auf diesem Weg ein herzliches Petri Heil gesendet, mit den besten gesundheitlichen Wünschen! Dieser Wunsch geht auch an alle weiteren Mitglieder, denen es aus Altergründen oder gesundheitlich Gründen leider nicht mehr möglich ist, am Vereinsleben teilzunehmen. Ihr und Eure Arbeitsleistung für den Saufang seit, gerade jetzt, nicht vergessen. Euch allen ein herzliches Petri Heil und ein großer Dank für alles!

 

Der Angelverein selbst verfügt derzeit über ca. 130 Mitglieder (Aktive, Fördermitglieder, Jugend). Er stellt derzeit die stärkste Anglerjugend im Regionalverband Saarbrücken. Einmal jährlich fährt die Jugend zur Ferienfreizeit. Um diese mitzufinanzieren, organisiert sie im Dezember das Wintermärchen am Saufangweiher. Der Höhepunkt des Vereinsjahres stellt das traditionelle Weiherfest mit geräucherten Forellen und vielem mehr sowie der jährliche Kameradschaftsabend dar. Zudem findet jährlich ein Königsfischen sowie Hegefischen statt. Die Weiheranlage am Franzschacht in Friedrichsthal gehört auch zum ASV-Bildstock. Das Schönste am Verein ist jedoch die ehrliche Kameradschaft sowie das offene Mit-/und Füreinander. Das ist und war immer das Fundament für die Erfolgsgeschichte des ASV Bildstock Saufang e.V.

 

All das erreichte, wäre mit Sicherheit, ein wahrer Grund für eine große Festlichkeit gewesen. Jedoch lässt dies die Corona-Pandemie, die uns alle betrifft, nicht zu. Das wird von vielen Seiten sehr bedauert. So bleibt nur der rückblickende Bericht, der kurz die fünfzigjährige Vereinschronik Revue passieren lässt.

 

Zum Ende bleibt in tiefer Dankbarkeit allen verstorbenen Anglerkameraden, die zu dieser Geschichte mit beigetragen haben, aufrichtig zu gedenken. Wir werden in ihrem Sinne die Arbeit fortführen und auf weitere 50 Jahre Naherholung am Saufangweiher, mit einem Naturerlebnis für alle, hinwirken.

 

Martin G. Müller

ASV Bildstock

 

Mit Quellen aus Texten der Festschrift „40 Jahre ASV Bildstock“ von Gründungsmitglied Gerhard Müller († 2019).

 


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Im Voraus herzlichen Dank!

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Festschriften 40 und 25 Jahre ASV

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Festschrifft 25 Jahre ASV Bildstock
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Film zu 40 Jahre ASV Bildstock


Bilder aus der Gründungszeit


Bilder der Weiheranlage aus der Anfangszeit